Hirnleistungstraining

Niemand muss sich schämen, wenn die Aktivität des eigenen Gehirns nachlässt.

Jeder kennt Situationen, in denen das eigene Gehirn nicht so perfekt funktioniert, wie man sich das wünscht oder wie man es erwartet. Gründe hierfür gibt es viele: Manchmal sind außergewöhnliche, stark belastende Lebenssituationen dafür verantwortlich, manchmal ist die Reizüberflutung unserer Sinne der Grund. Wenn wir an manchen Tagen viel "um die Ohren" haben, wir uns gleichzeitig viele Informationen merken müssen, kann es ebenfalls zu einem kurzfristigen Ausfall mit Erinnerungslücken oder Orientierungsverlust kommen. Dies ist völlig normal und bei genauerem Betrachten auch für jeden nachvollziehbar.

Schwierig wird es allerdings, wenn alltägliche Abläufe nicht mehr erinnert werden oder die Orientierung zu Zeit, Raum oder der eigenen Person nachlässt.

Möglicherweise liegt eine der folgenden Grunderkrankungen vor, aufgrund derer die Gedächtnisleistung deutlich nachlässt bzw. eingeschränkt ist.

  • Demenz
  • Demenz vom Typ Alzheimer   
  • Altersdepression
  • Schädel-Hirn-Trauma
  • Posttraumatische Belastungsstörung
  • Schlaganfall - Apoplex
  • Multiple Sklerose
  • Parkinson

Sollten Sie bei sich oder einem Angehörigen Veränderungen der Gedächtnisleistung bemerken, die Ihnen nicht der Lebenssituation angemessen erscheinen, so wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihren Hausarzt, einen Neurologen, Psychiater oder Gedächtnisambulanzen großer Kliniken. Diese können bei Bedarf und Notwendigkeit Hirnleistungstraining im Rahmen der Ergotherapie verordnen. Dies wird von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt und je nach Tarif tragen auch die privaten Krankenversicherungen die Kosten.

Was geschieht in der Ergotherapie? Zunächst erfolgt eine ausführliche Anamnese. Hierbei wird großer Wert auf die Erfassung der Einschränkungen im alltäglichen Leben gelegt. Möglicherweise werden wir normierte Testverfahren anwenden, um den konkreten Leistungsstand und/oder Defizite zu erfassen. Anschließend erarbeiten wir ein Konzept, das die Zielsetzung, mögliche Mittel und Medien und das Zeitfenster erfasst, in dem entsprechende Fortschritte gemacht werden sollen.

Der Ablauf einer therapeutischen Einheit gestaltet sich immer individuell. Es ist möglich, mit kognitionsstützenden Computerprogrammen zu arbeiten, aber auch das Üben mit Papier und Bleistift wird in Betracht gezogen. Manches Mal ist es sinnvoll, Bewegung in das Therapiekonzept zu integrieren, je nach Interesse des Patienten, seiner Aufmerksamkeitsspanne und Motivation. Die Tagesform und Stimmungslage werden respektiert und Überforderungssituationen vermieden. Allerdings verlieren wir die Leistungsgrenze nicht aus den Augen, um jederzeit Anpassungen des Therapiekonzeptes an die aktuelle Situation vornehmen zu können.

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